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Demografischer Wandel zeigt sich auch in der Wetterau
Wetteraukreis (pdw). Seit sechs Jahren schrumpft die Zahl der Einwohner in Deutschland. Nach den Prognosen von Bevölkerungswissenschaftlern wird zur Jahrhundertmitte ein Rückgang um zehn bis 16 Prozent erwartet. Gleichzeitig altert die Bevölkerung stark. „Diese Entwicklung ist in abgemilderter Form auch für den Wetteraukreis zu erwarten. Die Wetterau als Teil der Rhein-Main-Region wird aber von diesem demografischen Wandel nicht in dem Ausmaß betroffen sein. Insbesondere erwarte ich eine deutlich geringere Bevölkerungsabnahme als im Bundesschnitt“, so Landrat Joachim Arnold.

Der Kreishauschef stützt sich nicht zuletzt auf den Monitoringbericht des Planungsverbandes Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main, der für den Wetteraukreis einen etwas höheren Anteil der jungen Bevölkerung unter 15 Jahren festgestellt hat (14,6 Prozent gegenüber 14,1 Prozent in der gesamten Metropolregion). Gleichzeitig aber ist auch die Bevölkerungsgruppe der Menschen ab 65 überproportional in der Wetterau vertreten, nämlich mit 19,6 Prozent gegenüber 19,2 Prozent im Durchschnitt der Gesamtregion.
 
Negativer Bevölkerungssaldo

Seit Jahren schon ist die Zahl der Geburten geringer als die der Sterbefälle. Im ersten Halbjahr 2009 wurden 1.116 Buben und Mädchen in der Wetterau geboren. 1.468 Männer und Frauen starben im gleichen Zeitraum. Weil auch die Zahl der Fortzüge mit 8.365 gegenüber den Zuzügen in Höhe von 8.284 größer war, ergab sich insgesamt eine Bevölkerungsabnahme im ersten Halbjahr 2009 um 416.

Zum 30. Juni 2009 lebten im Wetteraukreis genau 298.080 Menschen, 146.543 Männer und 151.537 Frauen. Den ersten Platz unter den größeren Städten im Wetteraukreis beansprucht seit Jahren schon Bad Vilbel mit 31.487 Einwohnerinnen und Einwohnern (plus 31 im ersten Halbjahr 2009). Bad Nauheim an zweiter Stelle musste ein Minus von 11 verbuchen. Es folgen die Kreisstadt Friedberg 27.801 (minus 79), Butzbach 24.993 (plus 8), Karben 21.719 (minus 146) und Büdingen mit 21.361 (plus 9).

Die kleinsten Kommunen im Wetteraukreis liegen im Altkreis Büdingen. Es sind dies: Glauburg 3.146 (minus 7), Kefenrod 2.181 (plus 37) und als nunmehr kleinste Gemeinde Hirzenhain mit 2.844 Einwohnerinnen und Einwohnern (minus 21).
 
Größter Zuwachs in Rosbach

Im Trend der letzten zehn Jahre hat die Stadt Rosbach das größte Bevölkerungswachstum erlebt mit einer Zunahme um 9,5 Prozent vor Wölfersheim (plus 7,5 Prozent) und Bad Vilbel 7,3 Prozent. Die prozentual stärksten Rückgänge hatten die drei kleinsten Gemeinden im Wetteraukreis zu verzeichnen. Hirzenhain (minus 8,3 Prozent), Kefenrod (minus 4,8 Prozent) und Glauburg (minus 4,5 Prozent) in den vergangenen zehn Jahren.

Im hessischen Vergleich steht die Wetterau im ersten Halbjahr 2009 aber immer noch relativ gut da. Während sich in den Städten der Trend offensichtlich umgekehrt hat und immer mehr Menschen in die Städte zurückkehren und ihnen ein unerwartetes Bevölkerungswachstum bescheren, nimmt in den Flächenkreisen die Einwohnerzahl ab. Insbesondere in den Kreisen, die weit von den großen Zentren entfernt sind. Die höchsten Verluste weisen die Kreise Hersfeld-Rotenburg, Werra-Meißner und Vogelsberg aus mit 0,44 bis 0,52 Prozent im ersten Halbjahr 2009.

Ein lachendes und ein weinendes Auge sieht Landrat Arnold bei der Entwicklung der Erwerbstätigkeit. So ging die Zahl der Erwerbstätigen in den Jahren 2000 bis 2007 um fast 4.000 oder 3,6 Prozent auf 112.777 nach oben. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten hat sich allerdings im gleichen Zeitraum um 2,3 Prozent reduziert. Das heißt: Viele Menschen sind in die Selbständigkeit geflüchtet. „Ich fürchte, dass viele diesen Weg gewählt haben, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen, aber dennoch über ein sehr niedriges Einkommen verfügen“, so Landrat Arnold.
Der Monitoringbericht kann heruntergeladen werden, unter http://www.wetteraukreis.de/internet/kreis/portrait/statistik/
 
Wetterauer in ganz Deutschland

Menschen, die die Bezeichnung der Region zwischen Taunus und Vogelsberg in ihrem Namen tragen, gibt es in Deutschland rund 150. Von Birgit Wetterau aus der Nähe von Hannover bis hin zu Wilhelm Wetterauer in der Nähe von München. Der Name wird in ganz Deutschland stolz getragen, nur in der Wetterau selbst gibt es niemanden, der so heißt.

Auch die Wetterauer Städte sind in Deutschland gut vertreten. Immerhin gibt es mehr als 200 Menschen, die Rosbach heißen und fast ebenso viele mit dem Namen Butzbach. Die Kreisstadt Friedberg ist immerhin mit 63 Treffern im deutschen Telefonbuch vertreten, etwas weniger als Münzenberg mit knapp 100 Anschlüssen.

Menschen mit dem Namen Rockenberg gibt es immerhin 22 von Bergisch Gladbach bis nach Emmerthal. Die 15 Familien mit dem Namen Ortenberg leben überwiegend im Rheinland, während die drei mit dem Nachnamen Echzell in Nordhessen und Südniedersachsen wohnen. Nur ein Bundesbürger mit gemeldetem Telefonanschluss trägt den Namen Ranstadt, er lebt allerdings in München.

Ganz außergewöhnlich sind die Namen von Menschen, die den Namen Altenstadt tragen. Da gibt es mehrere mit dem traditionellen Adelshinweis „von Altenstadt“, aber auch die Variante „Schmidt auf Altenstadt“ oder „Schmidt von Altenstadt“ findet sich in Nordrhein-Westfalen.

Ganz ähnlich verhält es sich mit der Stadt Nidda. Hier lautet die Variante „Krug von Nidda“, ein Name der elf Mal in den deutschen Telefonbüchern auftaucht. Die Namen Wetterauer Kommunen sind in ganz Deutschland vertreten, seltsamerweise nicht einer davon in der Wetterau selbst.

Doch schließlich gibt es noch den Hochadel derer „von Büdingen“, ein Name, der immerhin zehn Mal im deutschen Telefonbuch auftaucht. Zweimal stimmen Name und Wohnort überein.




DruckenDrucken | 29.01.2010, 13:37:00 | Joachim_Cott